Trichterbrust · Stuttgart-West
Trichterbrust: Saugglocke nach Klobe – Behandlung ohne OP.
Bei einer Trichterbrust ist das Brustbein nach innen eingesunken. Die Saugglocke nach Eckart Klobe hebt es mit sanftem Unterdruck an – im Alltag, ohne Operation. Wir wählen in Stuttgart mit dir die passende Saugglocke aus, zeigen dir die Anwendung und begleiten dich mit regelmäßigen Verlaufskontrollen.
Das Krankheitsbild
Was ist eine Trichterbrust?
Die Trichterbrust (Pectus excavatum) ist eine Fehlbildung des Brustkorbs, bei der das Brustbein und die angrenzenden Rippenknorpel trichterförmig nach innen eingesunken sind. Sie ist meist angeboren und wird oft im Wachstum, besonders in der Pubertät, deutlicher. Viele Betroffene stört vor allem das Aussehen. Bei ausgeprägten Formen kann der Trichter Herz und Lunge Platz nehmen und die Belastbarkeit einschränken.
Ist das Brustbein bei dir vorgewölbt statt eingesunken? Dann handelt es sich um eine Kielbrust – sie wird mit einer Orthese behandelt.
Behandlungsmöglichkeiten
Saugglocke, Operation oder Übungen?
| Saugglocke nach Klobe | Operation (z. B. nach Nuss) | Übungen | |
|---|---|---|---|
| Prinzip | Unterdruck hebt das Brustbein an, der Brustkorb formt sich allmählich um | Ein Metallbügel drückt das Brustbein von innen nach vorne | Haltung und Brustkorbbeweglichkeit verbessern |
| Geeignet für | Kinder ab ca. 1,05 m bis ins mittlere Erwachsenenalter | Ausgeprägte Fälle mit Beschwerden | Alle – als Begleitung |
| Belastung | Nicht invasiv, 1–3 Stunden täglich zu Hause | Klinikaufenthalt, Narkose, zweiter Eingriff zur Bügelentfernung | Keine – hebt das Brustbein aber allein nicht an |
Welche Behandlung für dich passt, entscheidest du gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
So funktioniert es
Sanfter Unterdruck statt Skalpell.
Die Saugglocke wird auf die Brust gesetzt, mit einer kleinen Handpumpe entsteht ein Unterdruck. Er zieht das eingesunkene Brustbein nach vorne. Weil Rippenknorpel und die Verbindungen des Brustbeins bis nach der Pubertät beweglich bleiben, kann sich der Brustkorb bei regelmäßiger Anwendung dauerhaft umformen – ähnlich wie Zähne mit einer Zahnspange.
Begleitende Körperübungen unterstützen das Ergebnis und werden vom Hersteller ausdrücklich empfohlen.
Typischer Verlauf (Herstellerangaben)
- 2–4 Wochen: Der Trichter wird während der Anwendung bis an die Sichtscheibe angehoben.
- ca. 2 Monate: Nach dem Abnehmen bleibt der Trichter länger ausgewölbt – bei Jugendlichen oft Stunden, bei Kindern einige Minuten.
- ca. 3 Monate: Haltung und Erscheinungsbild bessern sich sichtbar, häufig um rund 1 cm.
- ab dem 4. Monat: Weitere Fortschritte von etwa 1 mm pro Monat – jetzt zählt Geduld.
Erfahrungen
Was die Saugglocke erreichen kann.
Fallbeispiel des Herstellers: Mann, 57 Jahre. Die Trichtertiefe hat sich nach 4 Monaten Anwendung halbiert – die Saugglocke wirkt also auch bei Erwachsenen.
Versorgungen mit der Saugglocke nach Eckart Klobe bei Patientinnen und Patienten von 4 bis 59 Jahren – laut Hersteller überwiegend mit guten Ergebnissen und hoher Zufriedenheit.
Verbesserung nach etwa 3 Monaten wird häufig berichtet, danach geht es mit rund 1 mm pro Monat weiter. Wichtig sind Geduld und regelmäßige Anwendung.
Angaben: Eckart Klobe Medizintechnik (Gebrauchsinformationen, „Typische Ergebnisse"). Individuelle Ergebnisse können abweichen.
Die richtige Saugglocke
Fünf Ausführungen – wir finden deine.
Die Saugglocke sollte groß genug sein, um sich außerhalb des Trichters abzustützen. Für die Auswahl messen wir Körpergröße, Gewicht, Trichtertiefe und den Abstand der Brustwarzen und machen Fotos von vorne und im Halbprofil. Gemeinsam mit dem Hersteller wählen wir dann die passende Ausführung.
Mini Saugglocke
Kinder ab etwa 1,05 m Körpergröße
Kleine Saugglocke
Personen ab etwa 1,40 m, Trichter eher senkrecht-oval
Kleine Saugglocke Typ Frauen
Mädchen und Frauen ab Beginn der Brustentwicklung
Kleine Saugglocke Typ Bodybuilder
Querovaler Trichter, ausgeprägte Brustmuskulatur, empfindliche Haut
Große Saugglocke
Männliche Jugendliche und Männer ab etwa 1,70 m
So läuft deine Versorgung ab
Vom Rezept zur ersten Anwendung.
- 1
Rezept
Deine Ärztin oder dein Arzt verordnet die Saugglocke. Die passende Formulierung findest du weiter unten.
- 2
Beratung und Vermessung
Bei Luis Karl in der Rosenbergstraße: Wir messen deinen Brustkorb und dokumentieren den Trichter mit Fotos.
- 3
Auswahl und Antrag
Wir wählen mit dem Hersteller die passende Saugglocke aus und stellen den Antrag bei deiner Krankenkasse.
- 4
Übergabe und Einweisung
Wir setzen die Saugglocke mit dir zusammen auf und zeigen dir, wie du den Unterdruck richtig dosierst.
- 5
Langsamer Einstieg
Woche 1 höchstens 1 Stunde täglich, Woche 2 höchstens 2 Stunden, dann steigern. So bleibt die Haut gesund.
- 6
Verlaufskontrollen
In regelmäßigen Terminen messen wir den Fortschritt, beantworten Fragen und halten dich motiviert.
Kosten und Rezept
Kostenübernahme im Einzelfall – wir helfen beim Antrag.
Die Saugglocke nach Eckart Klobe ist seit 2002 als Medizinprodukt CE-gekennzeichnet und damit verordnungsfähig. Sie ist aber noch nicht im Hilfsmittelverzeichnis gelistet. Die gesetzliche Krankenkasse entscheidet deshalb im Einzelfall. Das Hilfsmittelverzeichnis schließt nicht gelistete Hilfsmittel seit 2007 nicht mehr grundsätzlich aus.
- Antrag: Wir stellen ihn für dich und begleiten dich, falls die Kasse nachfragt.
- Ärztlicher Befund: Hilft sehr, wenn er Beschwerden belegt – zum Beispiel eine Einschränkung im Belastungs-EKG.
- Zuzahlung: unter 18 keine, ab 18 die gesetzliche Zuzahlung (mindestens 5 €, höchstens 10 €).
- Privat versichert: Erstattung je nach Tarif – wir beraten dich.
Für die Arztpraxis: Verordnungstext
Versorgung mit der Thoraxorthese Saugglocke nach Eckart Klobe
Diagnose: Trichterbrust (Pectus excavatum), ICD-10 Q67.6
Bitte „Versorgung" schreiben, nicht „Therapie" oder „Behandlung" – das wird seltener abgelehnt.
Rezept hochladenHäufige Fragen
Saugglocke bei Trichterbrust: das fragen Eltern und Jugendliche.
Ab welchem Alter kann eine Trichterbrust mit der Saugglocke behandelt werden?
Die kleinste Saugglocke nach Eckart Klobe ist für Kinder ab etwa 1,05 m Körpergröße gedacht. Laut Hersteller wurden bisher Patientinnen und Patienten zwischen 4 und 59 Jahren versorgt. Am besten formbar ist der Brustkorb vor und während der Pubertät, eine Anwendung ist aber bis ins mittlere Erwachsenenalter möglich.
Trichterbrust beim Baby oder Kleinkind – was tun?
Bei Babys und Kleinkindern wird eine Trichterbrust zunächst ärztlich beobachtet. Die kleinste Saugglocke (Mini, ca. 16 cm) ist für Kinder ab etwa 1,05 m Körpergröße gedacht – also meist ab dem Vorschulalter. Bis dahin lohnt sich ein Beratungstermin, damit ihr wisst, wann eine Versorgung sinnvoll wird.
Mein Kind hat eine Trichterbrust – was sollten wir tun?
Lasst die Trichterbrust zuerst ärztlich abklären, zum Beispiel in der Kinder- und Jugendarztpraxis. Wenn eine Saugglocke infrage kommt, stellt die Ärztin oder der Arzt ein Rezept aus. Danach beraten wir euch, messen und wählen gemeinsam die passende Saugglocke aus.
Wie lange am Tag muss die Saugglocke getragen werden?
Jugendliche und Erwachsene tragen die Saugglocke typischerweise 1 bis 3 Stunden täglich, etwa beim Fernsehen oder Lernen. Zum Einstieg gilt: in der ersten Woche höchstens 1 Stunde pro Tag, in der zweiten höchstens 2 Stunden, dann langsam steigern. Die individuelle Obergrenze liegt je nach Person zwischen 20 Minuten und mehreren Stunden.
Wie lange dauert die Behandlung, bis man Ergebnisse sieht?
Nach Erfahrungen des Herstellers hebt sich der Trichter in den ersten 2 bis 4 Wochen während der Anwendung deutlich an. Nach etwa 3 Monaten bleibt er bei vielen bis zum nächsten Tag flacher, häufig wird eine Verbesserung um rund einen Zentimeter berichtet. Danach geht es langsamer voran, oft etwa 1 mm pro Monat. Die Behandlung braucht also Geduld.
Tut die Saugglocke weh?
Ein Ziehen darfst du spüren, Schmerzen sind nicht nötig. Die Regel ist einfach: Sobald es wehtut, nicht weiter pumpen. Häufigste Nebenwirkung ist aufgequollene, weiche Haut unter der Saugglocke – meist ein Zeichen für zu viel Unterdruck oder zu lange Tragezeiten am Anfang. Manchmal reagieren die Brustwarzen gereizt, vor allem in der Pubertät.
Zahlt die Krankenkasse die Saugglocke bei Trichterbrust?
Das ist möglich, aber eine Einzelfallentscheidung: Die Saugglocke nach Eckart Klobe ist seit 2002 als Medizinprodukt CE-gekennzeichnet und verordnungsfähig, aber noch nicht im Hilfsmittelverzeichnis gelistet. Wir stellen den Antrag für dich und unterstützen dich dabei. Kinder und Jugendliche unter 18 zahlen keine Zuzahlung.
Was muss auf dem Rezept für die Saugglocke stehen?
Günstig ist die Formulierung „Versorgung mit der Thoraxorthese Saugglocke nach Eckart Klobe" mit der Diagnose Trichterbrust (Pectus excavatum, ICD-10 Q67.6). Begriffe wie „Therapie" oder „Saugglockenbehandlung" werden häufiger abgelehnt. Hilfreich ist ein ärztlicher Befund, der Beschwerden dokumentiert, etwa aus einem Belastungs-EKG.
Kann man eine Saugglocke gegen Trichterbrust einfach selbst kaufen?
Es gibt fünf verschiedene Ausführungen, und die richtige hängt von Körpergröße, Trichterform, Trichtertiefe und Brustwarzenabstand ab. Eine falsch gewählte Saugglocke stützt sich nicht richtig ab oder reizt die Haut. Deshalb messen wir, wählen gemeinsam mit dem Hersteller aus und zeigen dir die richtige Anwendung.
Helfen Übungen gegen Trichterbrust?
Begleitende Körperübungen werden ausdrücklich empfohlen – sie verbessern Haltung und Brustkorbbeweglichkeit. Das eingesunkene Brustbein heben sie allein aber nicht an. Die Kombination aus Saugglocke und Übungen ist ideal.
Kann die Saugglocke eine Operation ersetzen?
In vielen Fällen ist die Saugglocke eine nicht-invasive Alternative zur Operation, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Ob sie bei dir ausreicht, hängt von Ausprägung, Alter und Beschwerden ab. Das besprichst du am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Persönliche Beratung
Sprich mit Luis Karl.
Die Trichterbrust-Versorgung findet hauptsächlich in unserer Werkstatt in der Rosenbergstraße 19 in Stuttgart-West statt. Nach Terminvereinbarung kommen wir auch an alle anderen Kächele-Standorte. Seit 88 Jahren versorgen wir Menschen mit Hilfsmitteln.